Die Big 3 der biokompatiblen Materialien in der Zahntechnik

Das Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung steigt und Allergien werden zur Volkskrankheit. Damit werden auch immer mehr Informationen zu Zahnersatzmaterialien und deren Zusammensetzung von Patienten angefragt. 

Die Forderung nach biokompatiblem Zahnersatz hat bei den Patienten also verschiedene Gründe: Während die Einen mit Allergien zu kämpfen haben und deshalb Gerüste, die aus Kobalt-Chrom Legierungen bestehen, nicht vertragen, haben sich Andere einen achtsamen und weitestgehend metallfreien Lifestyle angeeignet.

Für Allergiker Abhilfe zu schaffen ist dabei gar nicht so schwer, bereits altbewährte Materialien kommen für sie infrage. 

1. Dentales Gold – Vorreiter der Biokompatibilität in der Zahntechnik

Gold ist eines der am Längsten verwendeten Materialien in der Dentalbranche und hat sich bis in die Zeit der CAD / CAM Technologien bewährt.

Durch seine extrem gute Korrosionsbeständigkeit und damit biologisch sehr gute Verträglichkeit, ist Gold deshalb immer noch eine gute Alternative zu Kobalt-Chrom Legierungen. Auch Platin, welches dem Zahngold häufig wegen seiner physikalischen Eigenschaften beigemischt wird, garantiert eine gute Verträglichkeit, da es im Patientenmund so gut wie unlöslich ist. 
 

Gold bringt nicht nur für den Patienten Vorteile, sondern auch für den Zahntechniker. Denn durch seine warme Farbgebung erleichtert es eine naturgetreue Farbgebung bei metallkeramischem Zahnersatz zu erreichen. Anders als noch vor wenigen Jahren fällt durch die Möglichkeiten Goldgerüste im CAD/CAM Verfahren herzustellen das Risiko von Fehlgüssen sowie die teure Vorratshaltung für Dentallabore weg. Bei LaserMelting Gold  gibt es zudem - wie in der konventionellen Technik - die Option des Auskratzens, sodass teures Material gespart werden kann.

2. Wunderwerkstoff Titan
– Korrosionsraten ähnlich derer von Gold

Aber auch im Nichtedelmetallbereich gibt es eine gute Alternative für Patienten mit Allergieproblemen. Die Korrosionsraten von sogenanntem Reintitan liegen im Bereich der Korrosionsraten von Gold. Allergien im Zusammenhang mit diesem Material wurden bisher nur in Einzelfällen nachgewiesen. Wer sich dabei nicht sicher ist kann für einen Allergietest gerne eine Materialprobe anfordern.

Wegen der Herausforderungen beim Guss war Titan lange Zeit in Dentallaboren unbeliebt. Auch hier bringt die Digitalisierung in der Fertigung Vorteile mit sich. In CAD/CAM gefertigte Gerüste sind lunkerfrei. Keramikverblendungen werden durch einen geringeren alpha-case und einem damit besseren Haftverbund ebenfalls erleichtert.

Nun sind aber sowohl das Edelmetall Gold, als auch die Nichtedelmetall Variante Titan, Metalle. Daher stellt sich nun folgende Frage: Gibt es auch eine nicht metallische biokompatible Alternative?

3. PEEK Kunststoff
– die metallfreie biokompatible Lösung

Auch für Patienten, die gerne auf Metall verzichten möchten, bietet die CAD/CAM Technologie eine Lösung. Der Hochleistungskunststoff PEEK ist ebenso wie seine metallischen Kollegen Gold und Titan extrem korrosionsbeständig, was ihn zu einem sehr biokompatiblen Material macht. Sein Elastizitätsmodul kommt dem menschlichen Knochen sehr nahe, zudem ist es ein sehr leichtes Material. Nicht zuletzt aufgrund dieser Eigenschaften wird PEEK bereits seit etwa 20 Jahren in der Medizintechnik, insbesondere in der Wirbelsäulen-, Gesichts- und Trauma-Chirurgie, eingesetzt. In der Zahntechnik wird der Hochleistungskunststoff sowohl für festsitzenden (z.B. Implantataufbauten) als auch für herausnehmbaren Zahnersatz - wie Modellgüsse - verwendet. Da es bei PEEK Kunststoff  keine Einschränkungen in der Tragedauer gibt ist es, was die Funktionalität betrifft, eine gute Alternative zu Metall.

FAZIT

Die Dentalbranche bietet auch für Allergiker und gesundheitsbewusste Patienten einige biokompatible Alternativen. Je nach Anforderung und Wunsch des Patienten kann dabei auf eine metallische oder nichtmetallische Lösung zurückgegriffen werden. Alle Materialien haben dabei Vor- und Nachteile, die es situationsbedingt abzuwägen gilt. Dank modernster CAD / CAM Technologie sind die Nachteile auf Seiten des Dentallabors aber wesentlich geringer, als sie im Bereich der konventionellen Zahntechnik noch waren.